„Denk doch mal jemand bitte an die Kinder!“ – Kommentar zur letzten LPG(A) Löwenzahn

Im folgenden Dokumentieren wir ein Kommentar der Lpg(A) Löwenzahn: „Denk doch mal jemand bitte an die Kinder!“ Mit diesen Worten fällt die Frau des Pastors von Springfield jeder rationalen Debatte ins Wort. Kinder sind die besten Opfer, sie sind unschuldig, unpolitisch und daher der beste Narrativ, um als moralisches Kanonenfutter zu fungieren. Die Kinder werden […]

Gegen Kieler Unzumutbarkeiten…

In einer Situation, in der Antisemitismus in Deutschland Debattenthema ist, in der sich Innenminister, Prominente und die Bild-Zeitung demonstrativ gegen Antisemitismus stellen, da wäre es eigentlich Aufgabe einer radikalen, antifaschistischen Linken, in diese Diskussion zu intervenieren und eine Praxis im Kampf gegen Antisemitismus zu schaffen. Aufgabe einer radikalen Linken wäre es, auf die ökonomischen und […]

Kieler Erklärung gegen Antisemitismus

Für eine “Kieler Erklärung gegen Antisemitismus” suchen wir noch Gruppen
und Einzelpersonen, die diese unterstützen wollen. Wir sehen dies als
ersten Schritt, das bisherige Schweigen, zu den antisemitischen
Mobilisierungen der letzten Tage zu durchbrechen. Rückmeldung bitte
innerhalb der nächsten zwei Wochen (Also bis zum 4.8.2014) an: kogegenantisemitismus[at]gmail.com

“In den letzten Tagen erleben wir in Deutschland und Westeuropa eine
Welle antisemitischer Vorfälle. Antisemitismus wird auf Demonstrationen
so offen und massenhaft geäußert, wie lange nicht mehr. Angriffe auf
Synagogen und Jüdinnen*Juden in Paris, Essen und Berlin sind die
furchtbare Konsequenz der derzeitigen antisemitischen Mobilisierungen.

Auch in Kiel kam es zu antisemitischen Demonstrationen und Kundgebungen.
Am Rande einer dieser Demonstrationen wurde ein Antifaschist verprügelt,
weil er eine israelische Fahne mit sich führte. Wir verurteilen diese
Übergriffe aufs Schärfste und erklären uns solidarisch mit allen
Betroffenen von Antisemitismus und antisemitischer Gewalt!

An der Beteiligung und dem Aufrufen zu Demonstrationen, in deren Rahmen
Antifaschist*innen angegriffen werden und der Schutz vor Synagogen
verstärkt werden muss, an Boykottforderungen gegen den jüdischen Staat
und an einem breit getragenen Nichtverhalten erkennen wir, dass auch
linker Antisemitismus längst nicht überwunden ist. Wer sich an
antisemitischen Demonstrationen beteiligt oder diese rechtfertigt oder
wer zum Boykott Israels aufruft, ist kein Bündnispartner für
emanzipatorische Politik, sondern vertritt Standpunkte, die wir bekämpfen.”

Presseerklärung: Antisemitischer Angriff während „Free Palestine“ Demo in Flensburg

Im folgenden Dokumentieren wir eine Presseerklärung der Initiative Szenespaltung: Am 19. Juli kam es im Rahmen einer Demonstration unter dem Motto „Free Palestine“ zu einem Angriff auf eine Freundin und Mitstreiterin von uns. Die Betroffene begleitete den Demonstrationszug, der etwa hundert Menschen umfasste und Israel in drastischen Worten die Schuld am Krieg in Gaza gab, […]

Konsens Antisemitismus – Antiisraelische Demonstration in Kiel

Am 12.07.2014 fanden bundesweit Demonstrationen gegen die israelische Reaktion auf die massiven Raketenangriffe durch palästinensische Terrororganisationen statt – auch in Kiel gab es eine Demonstration mit ca. 300 Teilnehmenden. Der von zwei Personen wenige Tage zuvor via Facebook verbreite Aufruf lief unter dem Titel gegen den Krieg und hatte innerhalb kürzester Zeit über 350 Zusagen […]

Pinneberg: Angriff auf Synagoge

Wie schon in verschiedenen Medien veröffentlicht wurde, ist in der Nacht vom 9. auf den 10. November die Eingangstür zur Synagoge der Jüdischen Gemeinde Pinneberg vermutlich durch Schläge mit einem spitzen Hammer beschädigt worden. Neben der Einreihung zu den kontinuierlich stattfindenden Angriffen gegen tatsächliche oder vermeintliche Jüd_innen, spricht die Anknüpfung an die antisemitischen Pogrome vom 9. November 1938 eine nochmal deutlichere Sprache. Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde Pinneberg ist jetzt das mindeste, was an der Tagesordnung stehen sollte. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass in einer Gesellschaft, in der bei einer Befragung 38,4% der Aussage: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ zustimmen, solche Anschläge nur die Spitze des Eisbergs ist.

Am Freitag den 15. November fand um 18 Uhr eine Demonstration unter dem Motto: „Solidarität mit der jüdischen Gemeinde und allen anderen Betroffenen rechter Gewalt“ statt.

Siehe auch FSK Meldung

Erster Bericht zur Zuckermann Veranstaltung

Im folgenden möchten wir auf ein Beitrag des Blogs Parkuhr verweisen.

Wenn sich etwa 200 Linke ver­schie­de­ner Cou­leur in einem der größ­ten Hör­sä­le der Kie­ler Uni­ver­si­tät ver­sam­meln, um sich einen Vor­trag des lin­ken is­rae­li­schen So­zio­lo­gen Moshe Zu­cker­mann über die „In­stru­men­ta­li­sie­rung von Schuld und An­ti­se­mi­tis­mus“ an­zu­hö­ren, der vom In­sti­tut für Psy­cho­lo­gie einer staat­li­chen Uni­ver­si­tät mit­ver­an­stal­tet wird, dann über­füh­ren schon Ort und Rah­men­be­din­gun­gen der Ver­an­stal­tung sie der per­ma­nen­ten Lüge: Dass es da Dinge gäbe, die nicht ge­sagt wer­den dür­fen, wenn es um den Nah­ost­kon­flikt geht. Bei gründ­li­chem Nach­den­ken ver­bö­te es sich le­dig­lich selbst, aber selbst­re­fle­xi­ve Ver­nunft ist lei­der nicht der Maß­stab gel­ten­den Rechts und erst recht keine Ma­xi­me der Kie­ler (Frie­dens-​)Be­we­gungs­lin­ken, die sich lie­ber als Ta­bu­bre­che­rin in­sze­niert.

Antisemitismus mit gutem Gewissen

Vortrag 28.10 18:00, Alte Mensa (Ohlshausenstraße 40, Kiel)

Über die unheimliche Popularität der »Israelkritik« und das unstillbare Verlangen nach jüdischen Kronzeugen

Europäische Politiker und vermeintliche Friedensaktivisten setzen sich mit todessehnsüchtigen Islamisten buchstäblich in ein Boot, um die angeblich völkerrechtswidrige Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, und provozieren einen Einsatz des israelischen Militärs – doch der Deutsche Bundestag verurteilt in einer einstimmig verabschiedeten Resolution nicht etwa die gegen Israel gerichtete „Gaza-Flotte“, sondern den jüdischen Staat. 38,4 Prozent der Deutschen vertreten einer Umfrage zufolge die Ansicht: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ 39,5 Prozent glauben: „Viele Juden versuchen, aus der Vergangenheit des Dritten Reiches heute ihren Vorteil zu ziehen.“ Und gar 57,3 Prozent meinen: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“ Die populäre Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ bezichtigt den jüdischen Staat wahrheitswidrig, den Palästinensern das Wasser zu stehlen und sie dadurch an den Rand des Verdurstens zu bringen. Die weitaus meisten westlichen Politiker betrachten nicht etwa das iranische Atomprogramm oder Terrororganisationen wie die Hamas und die Hisbollah, sondern die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als „Haupthindernis für den Frieden im Nahen Osten“ und sind hellauf empört, wenn ihnen die Frage gestellt wird, warum Juden in einem prospektiven palästinensischen Staat eigentlich nicht leben dürfen sollen.

Wie kommt es, dass Israel immer wieder dämonisiert und ihm de facto das Recht abgesprochen wird, sich gegen seine Feinde zur Wehr zu setzen? Warum wird diesen Feinden so viel Verständnis gezollt oder gar Sympathie entgegen gebracht? Weshalb ist die so genannte Israelkritik vor allem hierzulande so ungeheuer populär? Und was sagt es eigentlich aus, dass zur Untermauerung dieser „Kritik“ bevorzugt jüdische Kronzeugen wie Evelyn Hecht-Galinski oder Moshe Zuckermann herangezogen werden, deren größtes Problem nicht etwa die Antisemiten sind, sondern vielmehr jene, die gegen jede Form des Antisemitismus kämpfen?

Alex Feuerherdt (44) ist freier Autor und lebt in Köln. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Nahost, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, Konkret, den Tagesspiegel und die Jungle World.